Betrugsarten im Internet

Immer wieder tauchen neue Varianten von betrügerischen Schreiben auf, durch welche versucht wird Opfern, Geld abzunehmen. Wurden ursprünglich vor allem Schreiben von nigerianischen Betrügerbanden an Privatpersonen oder Firmen verschickt, so sind es heute Täter aus jeglichen Ländern.

Durch die unterschiedlichsten Betrugsschreiben wird per Brief oder Fax, aber meistens über E-Mail versucht, die Opfer zur Zahlung von Geld zu bewegen. Anbei finden Sie einige Betrugsarten, welche in Liechtenstein schon des Öfteren aufgetaucht sind und Opfer gefordert haben. Informieren Sie sich unter den Verhaltenstipps, wie Sie im Ernstfall reagieren sollen um kein Opfer eines solchen Betruges zu werden.

Abofallen

Abofallen sind Tricks, bei denen sich ein Gratis-Angebot im Internet als sehr teurer und zahlungspflichtiger Service entpuppt. Schutz bietet Achtsamkeit. Wenn trotzdem unerwartet eine Rechnung einer Webseite eintrudelt, kann nur geraten werden, nicht zu zahlen!
Mehr Informationen dazu finden Sie auch hier.

 

Skimming

Immer wieder gibt es Fälle von Skimming, also von Manipulationen an Kartenautomaten wie Geldautomaten, Billetautomaten oder an Tankstellen. Durch spezielle Apparaturen werden die Magnetstreifen von Karten kopieren und den Code z. B. durch eine Minikamera ausspähen. Hierduch gelangt es der Täterschaft schliesslich, Geld zu beziehen. Erfahren Sie hier mehr zum Thema, u.a. wie Sie sich schützen können.

 

Enorm preiswertes Auto im Internet? – Wahrscheinlich ein Vorauszahlungsbetrug

Des Öfteren gab es in Liechtenstein bereits Fälle von sogenannten Vorauszahlungsbetrügen im Warenhandelsgeschäft. Die Täterschaft bietet hier eine Ware wie, z.B. ein Auto, zu sehr günstigen Preisen an. Unter Vorwand, bestimmte Papiere beschaffen zu müssen, finanzielle Engpässe zu überbrücken oder den Transport der sich meistens im Ausland befindlichen Ware zu finanzieren, wird durch die Täterschaft eine Vorauszahlung gefordert. Nicht selten werden weitere Vorausgebühren von den Opfern verlangt, welche aufgrund der bereits getätigten ersten Zahlung auch meistens beglichen werden. Irgendwann bricht schliesslich der Kontakt zur Täterschaft ab, die versprochene Ware wird nie geliefert und das vorausbezahlte Geld ist weg.

Die Landespolizei rät, bei Internetkäufen von günstigen, ausländischen Produkten zu grosser Vorsicht. Speziell, wenn man die Ware nicht persönlich in Augenschein nehmen kann und der Preis weit unter dem üblichen Marktwert liegt.


Überhöhter Checkbetrag kann Falle sein

Nicht selten gibt es auch Fälle, bei denen per Auslandcheck ein überhöhter Preis für eine Ware oder eine Dienstleistung, wie ein Fahrzeug oder eine Hotelzimmerbuchung, bezahlt wird. Der Kunde soll dann die Differenz auf den eigentlichen Preis zurück überweisen. Im Nachhinein stellt sich heraus, dass der Check nicht gedeckt oder gefälscht war. Der Differenzbetrag wurde also fälschlicherweise zurück überwiesen.

Die Landespolizei warnt vor Checkzahlungen mit überhöhten Beträgen und rät abzuwarten, bis das zu überweisende Geld definitiv gutgeschrieben wurde. Bei Unsicherheit kann bei der Bank nachgefragt werden, ob bzw. bis wann der Checkbetrag definitiv gutgeschrieben wird.


Falsche Lotteriegewinne

Weit verbreitet sind Schreiben über angebliche Lotteriegewinne, welche meistens aus Spanien oder England stammen. Diese Schreiben versprechen den Opfern einen grossen Lotteriegewinn, auch dann, wenn man noch nie bei der besagten Lotterie mitgespielt hat. Auch hier ist im Voraus eine Zahlung fällig, um schliesslich den angegebenen gesamten Gewinnbetrag überreicht zu bekommen.

Die Landespolizei rät, solche Schreiben zu vernichten und nicht darauf zu reagieren. Wichtig ist, keine persönlichen Daten wie Bankverbindungen etc. bekannt zu geben.


Anwalts- oder Hinterlassenenschreiben sowie vorgetäuschte Erbschaft

Immer wieder kursieren Schreiben der verschiedensten Absender und von der unterschiedlichsten Art mit ähnlichem Inhalt und Ziel – nämlich Geld zu platzieren. Die Täterschaft bittet hier die Opfer aufgrund deren Nachnamen um Mithilfe. In den meisten Fällen ist eine Person mit demselben Namen verstorben und nun ein hoher Geldbetrag hinterlegt, welchen es auszulösen gilt. Da der Verstorbene keine Verwandte hat, wird unter Vorgaukelung einer Verwandtschaft um Mithilfe gebeten. Selbstverständlich wird hier bei erfolgter Hilfe eine Gewinnbeteiligung versprochen.

Die Landespolizei rät, solche Schreiben zu vernichten und nicht darauf zu reagieren. Wichtig ist, keine persönlichen Daten wie Bankverbindungen etc. bekannt zu geben.



Chatpartner mit finanziellem Engpass

Betrügerische Täter schrecken vor nichts zurück – auch nicht wenn es um Gefühle von Menschen geht. So baut sich die dreiste Täterschaft über ein Chatforum ein Vertrauensverhältnis zu einem Opfer auf und lässt es im Glauben, eine neue Freundschaft oder gar Partnerschaft gefunden zu haben. Durch einen vorgetäuschten finanziellen Engpass wird dem Opfer mittels guter Zurede immer wieder eine Geldsumme abgeknöpft, zu einem wirklichen Treffen kommt es aber nie.



Branchenbucheintrag

Per Fax wird den Opfern ein Schreiben zugeschickt, welches sich auf ein Gespräch zwischen der Firma und dem Empfänger bezieht. Dabei täuschen die Täter vor, dass es sich um eine Korrektur bzw. Kontrolle eines bereits bestehenden Grundeintrages in ihrem Branchenbuch handelt.
 
Die Landespolizei rät, sich nicht auf solche Verträge einzulassen und Vorsicht walten zu lassen.

Internetdomains

Anbieter von Internetdomains schicken ein Antragsformular, wonach die bereits bestehende eigene oder eine leicht abgeänderte Internetseite registriert werden soll.

Allgemeine Tipps:

  • Seien Sie vorsichtig, wenn Unbekannte an Sie herantreten und ein Geschäft mit ungewöhnlich hohem Gewinn vorschlagen. 
  • Senden Sie Unbekannten keinen Kostenvorschuss oder eine Vermittlungsgebühr. 
  • Antworten Sie nicht auf dubiose Gewinnschreiben, wenn Sie nirgends teilgenommen haben oder auf Mahnungen, wenn Sie nichts bestellt haben. 
  • Geben Sie keine Angaben zu Ihrer Person oder Bankverbindung bekannt, diese könnten zu Ihrem Nachteil verwendet werden. 
  • Haben Sie den Verdacht, dass es sich bei den erhaltenen Schreiben um betrügerische Machenschaften handelt, wenden Sie sich unverzüglich an die Landespolizei.